Freitag, 27. November 2015

Oberliga Hamburg, 17. Spieltag: SC Victoria – TSV Buchholz 1:1 (0:0)

Stadion Hoheluft, 205 Zuschauer 

Eigentlich war an diesem Heimspiel am Freitagabend nichts ungewöhnlich. Eigentlich. Denn erst hinterher wurde einem bewusst, dass es sich bei dem 1:1 gegen Buchholz um das erste Unentschieden überhaupt in dieser Saison gehandelt hat. Das ist umso bemerkenswerter, als dass wir bereits den 17. Spieltag schreiben. Gut, zugegeben, es war erst das 15. Liga-Spiel, bekanntermaßen fielen die Spiele gegen HR und Rugenbergen dem Wetter zum Opfer. Trotzdem – 15 Spiele lang kein Unentschieden. Und dann das.
Dieses 1:1-Unentschieden ist allerdings umso bitterer, wenn man bedenkt, dass der Ausgleich erst in der 90. Minute gefallen ist. Ü-BER-FLÜSSIG! Aber natürlich kann man jetzt argumentieren, dass es aufgrund des Spielverlaufs durchaus gerecht war. Vicky hat geradezu um den Ausgleich gebettelt. Das Spiel hatte insgesamt auch nicht wirklich einen Sieger verdient, insofern geht das Unentschieden schon in Ordnung.
Überhaupt: Es war ein ganz scheußlicher Kick ohne Highlights. Viel Klein-Klein, wenig Torraumszenen, noch weniger Torschüsse. Okay, ein paar Mal musste sich Tobi lang machen und sein Können zeigen. Und ein paar Mal haben seine Mannschaftskameraden im Sturm auch Hendrik Titze im gegnerischen Tor geprüft. Aber insgesamt? Schwache Partie. Da fehlte allgemein die Begeisterung. Irgendwie wird man auch den Eindruck nicht los, dass alle Blau-Gelben momentan die Winterpause herbeisehnen und auch nicht traurig drüber sind, wenn sie am Wochenende nicht kicken müssen. Lethargisch und träge sah das aus, langsam und ein bisschen lustlos.
Und so dauerte es auch bis zur 74. Minute, bis Matthias Ribeau den victorianischen Anhang endlich jubeln ließ: Nach einem von Dennis Thiessen getretenen Freistoß drückt Ribeau das Leder mit dem Kopf zum 1:0 hinter die Linie. Bezeichnend, dass es ein Standard richten musste – die Abwehrreihen von Buchholz standen auch einfach zu gut, um da irgendwie durchzukommen. Für den Ausgleich von Buchholz sorgte dann kurz vor Schluss Arne Gillich – wer auch sonst? Der Dauerbrenner unter den Kickern aus Buchholz, an dem vor ein paar Jahren auch der SCV mal dran war… Wenn es ganz dumm gelaufen wäre, dann hätte Buchholz im Anschluss an den Ausgleich übriegns noch ein Tor erzielt, die Chance war nämlich da. So blieb aber der kollektive Herzinfarkt aus und immerhin ein Punkt an der Hoheluft. Hilft im Meisterschaftsrennen sicher ungemein. Andererseits: Wen interessiert die Mesterschaft eigentlich? Aufgestiegen wird doch eh nicht. Weder am Lokstedter Steindamm, noch an der Dieselstraße oder in Dassendorf. Als Choreoidee für den letzten Spieltag schlage ich an dieser Stelle übrigens vor: Ananasfrucht kaufen, golden ansprühen und der Mannschaft statt Meisterschale überreichen. Kommt aufs Gleiche raus.
Das Sportliche selbst war also eher was zum Abgewöhnen, dafür war die Stimmung im C-Block insgesamt aber ganz gut. Sicherlich ist das Lautsein momentan nicht unbedingt unsere Stärke, aber dafür klappte es dann doch das ein oder andere Mal, Begeisterung bei einzelnen Liedern aufkommen zu lassen. Faszinierend übrigens zu sehen, wer regelmäßig welches Lied anstimmt. So ist immer Abwechslung drin – der Vorteil daran, dass wir keinen etatmäßigen Vorsänger haben. Jeder darf mal, jeder hat andere Favoriten – und manchmal muss auch ganz tief in der Mottenkiste gewühlt werden, um mal einen alten Klassiker wieder hochleben zu lassen.

Und wer sich während des Spiels noch nicht ausreichend ausgetobt hatte, der kam nach dem Spiel immerhin auf seine Kosten, denn es wurde mal wieder kräftig daran gearbeitet, die Alkoholvorräte der Gruppe zu dezimieren. Das ist allerdings nur bedingt gelungen. Zum Glück… ;-)

Freitag, 13. November 2015

Oberliga, 15. Spieltag: SC Victoria Hamburg - HSV Barmbek-Uhlenhorst 3:0 (0:0)

Stadion Hoheluft, 587 Zuschauer

Kollektives Durchatmen an der Hoheluft! Endlich hat der SCV in einem Spitzenspiel mal gezeigt, was er kann. Die Leistungen in den vergangenen Wochen waren ja nun nicht unbedingt komplett überzeugend, vor allem die Derbyniederlage tat (und tut) immer noch weh. An diesem Freitagabend hat allerdings (fast) alles gepasst. Einziger Wermutstropfen: Das Wetter. Was muss das auch kurz vor Anpfiff anfangen zu gießen wie aus Kübeln?! Aber gut, immerhin war es den Rest des Spiels über einigermaßen trocken und nicht allzu kalt. Trotzdem hat uns das sicherlich wieder ein paar Zuschauer gekostet. Immer noch traurig, dass wir auch weiterhin um jeden einzelnen kämpfen müssen, aber gut. Ein leidiges Thema...
In Anbetracht dieses Spitzenspiels wurde sogar mal wieder Gegengerade geöffnet – warum man den BU-Fans dies allerdings nicht gleich beim Betreten des Stadions mitgeteilt hat, blieb wohl das Geheimnis der Vereinsorga. So vegetierte der Bierstand an der Gegengeraden einsam und verlassen vor sich hin, während es sich die BU-Fans im Ba-Block gemütlich machten, wo bekanntermaßen die Sicht eher bescheiden ist. Aber gut.
Im C-Block tummelten sich heute überraschend viele Leute, denn einige Gäste aus ganz Deutschland fanden den Weg in unser schönes Stadion. Nette Sache auf jeden Fall – wenn doch immer so viel los wäre, wäre es noch besser. Zu BU pflegen wir bekanntermaßen keine Abneigung (wieso auch, alleine die Farben sind schon sympathisch!), ein freundliches Miteinander mit ein paar Bierchen gehört auch dazu.
Das Spiel auf dem Rasen war anfangs noch stark taktisch geprägt. Niemand wollte den ersten Fehler machen, beide Teams belauerten sich. Die erste Großchance hatte dann ein alter Bekannter auf Seiten der Barmbeker: Ivan Sa Borges Dju, von der Vicky-Fanszene innig „geliebt“, dessen Aktionen natürlich mit der üblichen Pöbelei begleitet wurden. Danach war aber nur noch Victoria am Drücker, doch sämtliche Chancen fanden nicht den Weg ins Netz. Zur Pause hieß es also 0:0 – ein Ergebnis, mit dem man gegen den Tabellenführer durchaus zufrieden sein durfte.
Action gab es zu diesem Zeitpunkt nur außerhalb des Spielfelds. An den Ordnern vorbei hatten sich offenbar einige Herren in fragwürdiger Kleidung geschlichen, die wohl in den vergangenen Wochen bereits für Ärger bei BU gesorgt hatten. Keiner mag sie und keiner will sie und Thor Steinar und Co sind bei uns im Stadion ohnehin verboten. Als diese Gesellen dann auf dem Weg zur Toilette pöbelten und provozierten, wurde darauf entsprechend nonverbal reagiert. Gut, dass sich BU- und Vicky-Fans da auch einig waren, solche Gestalten wollen wir nicht! Sucht euch einen anderen Spielplatz! Nachdem die Herren dann hinauskomplementiert wurden, war dann auch wieder Ruhe und man konnte sich auf das konzentrieren, was wichtig war: Fußball.
In der zweiten Hälfte hatte der SCV nämlich offenbar genug vom Chancentod und knallte nach 30 Sekunden endlich mal den Ball zum 1:0 in den Kasten. Gemeinschaftsarbeit von Jan-Ove Edeling, Kangmin Choi und Dennis Thiessen als Vollstrecker! Kurz darauf herrschte aber plötzlich Chaos im unserem Strafraum und der Schiri zeigte auf den Punkt. Was genau da nun los war, war aus dem C-Block nicht ganz auszumachen, auf jeden Fall folgte nun der Auftritt von Torhüter Tobias Grubba. Die coole Sau im lila Trikot haute Elfmeterschützen Sa Borges Dju vorher noch schnell um die Ohren, dass er das Ding eh halten wird – und ließ Taten folgen! Es blieb vorerst also beim 1:0, bis Ebbe in der 80. Minte ein Einsehen mit uns Fans hatte und per Kopf auf 2:0 erhöhte. Kurz vor Abpfiff erhöhte Choi noch auf 3:0, sodass am Ende eines starken Spiels die Punkte an der Hoheluft blieben.
Ähnlich wie auch das Team auf dem Rasen zeigte sich die Kurve heute auch sehr gut aufgelegt. Die Mitmachquote war sehr gut und die Lautstärke teilweise richtig extrem. Man konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, dass sich einige für den schwachen Auftritt beim Derby rehabilitieren wollten. Einen neuen Favoriten unter den Liedern gab es an diesem Abend auch: Noch weit nach Abpfiff und der Uffta von der Mannschaft ertönte immer wieder „Mordor“ durch das Stadion. Das hat doch gepasst!

Samstag, 7. November 2015

Oberliga, 14. Spieltag: SV Curslack-Neuengamme – SC Victoria 3:1 (1:1)

Gramkowweg, 222 Zuschauer

Die Derbyniederlage saß den meisten wohl noch in den Knochen, sodass die Anmeldungen für den Auswärtstrip nach Curslack äußerst überschaubar waren. Vielleicht lag es auch einfach daran, dass wir alle schon viel zu oft auf dem Deich zu Gast waren: Ligaspiele, Pokalspiele, Testspiele im eiskalten Winter, Turniere im viel zu heißen Sommer, wir haben hier schon wirklich ALLES gesehen!
Dabei hat Curslack doch jetzt immerhin eine Tribüne zu bieten. Die ist zwar immer noch nicht ganz fertig, aber – wie uns der Mann am Kassenhäuschen versicherte – wir dürfen auch rauf ohne extra zu zahlen. Geil! Nächstes Mal rocken wir dann den Sportplatz von da oben aus! Die Sicht auf das Spielfeld ist nämlich schon sehr genial, warum also nicht? Bis dahin sind dann hoffentlich auch alle Fluchtwege fertig, denn nur eine Treppe rauf und runter reicht definitiv nicht, wenn mal ein Feuer ausbricht!
Wir machten es uns also oben auf den Sitzplätzen gemütlich und nutzten in den nächsten zwei Stunden intensiv die gastronomischen Angebote der Hausherren, wären unsere Spieler unten auf dem Plastik fleißig Gastgeschenke verteilten. Beim Blick auf die Statistik frage ich mich nämlich, warum ein Spiel eigentlich 90 Minuten dauern muss – reichen nicht auch 45? Dann hätten wir immerhin noch einen Punkt bekommen und das Derby letzte Woche gewonnen.
Denn auch dieses Mal lag der SCV nach knapp zehn Minuten mit 1:0 hinten. Ich erinnere mich an eine ähnliche Phase in der Regionalliga – da dauerte es allerdings keine drei Minuten bis der SCV in Rückstand geraten ist. Das hielt sich über mehrere Wochen, bis selbst das Umfeld schon Witze machte, dass das einzige Saisonziel noch lauten kann, mal nicht in den ersten Minuten in Rückstand zu geraten. Ganz so schlimm wird es dieses Mal wohl nicht, aber trotzdem plädiere ich auch angesichts der kommenden Gegner endlich mal auf einen konzentrierten Beginn. Gegen Curslack war die blau-gelbe Abwehr wohl noch mit den Gedanken in der Kabine bzw. agierte nach dem Motto „Nimm du ihn, ich hab ihn sicher“, sodass Jan Landau keine Probleme damit hatte, dem SCV einen einzuschenken.
Bester Mann heute für die Victoria war übrigens Jan-Ove Edling, der auch den 1:1-Ausgleich kurz vor der Pause besorgte. Dazwischen gab es ganz viel Hin und Her auf beiden Seiten, aber die klareren Chancen hatte Curslack.
Dafür wurden sie dann in Hälfte Zwei auch belohnt, indem Niklas Hoffmann und Christian Degener zwei Tore erzielten und so den 3:1-Heimsieg sicher machten. Apropos Degener: Erinnert sich eigentlich noch jemand daran, dass der junge Mann angeblich auch mal beim SC Victoria war? Ich muss ja zugeben, dass ich ihn nicht ein einziges Mal in der Zeit in blau-gelb gesehen habe, aber heute ist er dann wieder aufgetaucht wie Phönix aus der Asche.

Passend zur Niederlage fing es dann natürlich mit Abpfiff auch noch an zu regnen, sodass sich die paar versprengten Kaoten alle schnell auf den Heimweg machten. Wenn die nächsten Spiele auch so laufen, na dann gute Nacht, Lotte!

Sonntag, 1. November 2015

Oberliga, 13. Spieltag: SC Victoria – Altona 93 2:3 (2:1)

Stadion Hoheluft, 1054 Zuschauer

DERBY! Schon der Gedanke daran löst ein angespanntes Kribbeln aus, stellen diese zwei Spiele im Jahr doch immer etwas Besonderes dar. Ob im Positiven oder Negativen weiß man natürlich erst hinterher, was zur Anspannung noch beiträgt. Nun sind seit dem Spiel bald zwei Wochen vergangen und als Fazit lässt sich festhalten: Wir haben schon bessere Derbys erlebt!
Schon der Termin war alles andere als günstig. Aufgrund der Vorkommnisse im Februar ist es aus Sicht des Vereins sicher verständlich, dass man vom Freitagabendtermin unter Flutlicht auf den Sonntag geht, doch trägt die Anstoßzeit am Nachmittag – dann wenn alle anderen auch spielen – sicherlich nicht zur Atmosphäre bei. Das Flutlichtspiel ist gewissermaßen das Markenzeichen des SC Victoria, das man nun hergeschenkt hat, um den Sicherheitsmaßnahmen Rechnung zu tragen. Eine Anmerkung sei an dieser Stelle allerdings gestattet: Dass es dieses Mal keine Pyroshow gab, hat mit Sicherheit NICHTS mit dem Termin am helllichten Tag zu tun! Wenn nur bei Abendspielen gezündelt werden würde, würde es in der Bundesliga ja kaum noch brennen. ;-)
So mussten sich also alle mit dem Sonntagstermin arrangieren. Fein, blieb also noch das Wochenende vorher, um allerlei Schabernack zu inszenieren. Letztlich liefen die Vorbereitungen dann aber aus unserer Sicht wunschgemäß ab, sodass sich am Sonntagvormittag ein motivierter Haufen im Stadion einfand. Dort konnte zunächst beobachtet werden, wie nach und nach immer mehr Ordner den Weg an die Hoheluft fanden. Selbst zu Regionalligazeiten waren es wohl nicht so viele, aber immerhin wirkte das ganze dieses Mal ein wenig besser koordiniert. Altona sollte die komplette Gegengerade bekommen, auch auf Fantrennung wurde verstärkt Wert gelegt. Insgesamt fanden sich gegen 14 Uhr dann etwas mehr als knapp 1000 Zuschauer ein – ein ganz ordentlicher Wert, der allerdings imho noch höher hätte ausfallen können, wenn man bei Freitagabend geblieben wäre...
Wir hatten uns im Vorfeld überlegt, was wir optisch auf die Beine stellen und entschieden uns dieses Mal für ein Intro mit Luftschlangen-Shootern in blau und gelb. Letztes Mal hatten wir die größte Choreo der Gruppengeschichte am Start, daher war klar, dass dies nicht so schnell getoppt werden könnte. Die Shooter gaben dann auch ein gutes Bild zu Spielbeginn ab, während Altona auf der Gegengerade Luftballons präsentierte.
Stimmungstechnisch muss man zugeben, dass an diesem Sonntag bei uns von Anfang an der Wurm drin war. Offenbar von der Atmosphäre abgelenkt, agierten viele nicht mit der nötigen Leidenschaft, die gerade bei einem Derby am Start sein muss. Viel Luft nach oben, was sich auch nicht besserte, nachdem Vicky früh in Rückstand geriet.
Auf dem Papier hätte dieses Derby nämlich eigentlich eine klare Sache sein müssen: Nach dem katastrophalen Saisonstart dümpelte Altona noch immer irgendwo in unteren Gefilden der Tabelle herum, während Vicky im Führungstrio Spitzenreiter BU an den Hacken klebte. Aber wie es dann immer so ist: Pokal und Derby sind andere Schuhe als normale Ligaspiele. Und so übertrug sich das nervöse Auftreten der Kurve auch auf die Spieler, die teilweise fahrig agierten und nicht die gewohnte Souveränität an den Tag legten, die ihnen noch eine Woche zuvor einen Kantersieg gegen Buxtehude eingebracht hatte.
Schon nach acht Minuten konnte Mustafa Hadid das erste Mal die blau-gelbe Abwehr und Torwart Richter überlisten und seine Farben mit 1:0 in Front bringen. Der Treffer wirkte natürlich nicht gerade stimmungsfördernd – daran konnte aber auch das sich verbessernde Spiel der Victorianer im Anschluss nichts ändern.
Immerhin gelang so Dennis Thiessen 20 Minuten später der Ausgleich nach einer Vorlage von Kapitän Marcus Rabenhorst, der endlich mal wieder von Anfang an spielen konnte. Kangmin Choi drehte schließlich kurz vor der Pause mit seinem Treffer die Partie, sodass Vicky mit 2:1 in die Kabine durfte. Bisher lief das dann ja doch alles nach Plan.
Davon ließ sich nach Wiederanpfiff endlich auch die Kurve ermutigen, denn die zweite Hälfte war stimmungstechnisch besser als die erste. Vor allem auch, weil einige Leute permanent den Rest der Kurve anpeitschten und zu mehr Leidenschaft und Lautstärke aufforderten, was sich endlich auch bemerkbar machte. Sicherlich war das trotzdem kein Sahneauftritt – aber um besser als Altona zu sein, hat es dennoch gereicht (Ich freu mich schon drauf, wenn ich diesen Satz demnächst online  wiederfinde… ;-))!
Leider haben unsere Spieler an diese Entwicklung nicht anknüpfen können, denn schon in der 53. Minute folgte erneutes Ungemach in Form eines frühen Tores für Altona: Maximilian Richter stürmte aus seinem Tor auf den ballführenden Stürmer Kemo Kranich zu, der die Gelegenheit nutzte und auf allen Vieren in unseren Strafraum abtauchte. Den Foulelfmeter kann man aber wohl so geben, eine Berührung fand schließlich statt. Die Altonase Benjamin Lipke hatte im Anschluss auch keine Probleme, die Kugel in unseren Maschen zu versenken. Ausgleich zum 2:2.
Allerdings sollte es kurz vor Schluss noch dicker kommen: Erneut wurde zum Elfmeter gebeten, dieses Mal nach einem katastrophalen Denkaussetzer von Rabenhorst, der auf der Linie stehend den Altonaer Torerfolg nur noch mit der Hand zu verhindern wusste. Zugegeben: Die meisten hätten in dieser Situation wohl rein aus Reflax auch die Hand gehoben und den Ball aufgehalten. Das hatte allerdings gleich zwei Konsequenzen: Handelfmeter für Altona und Rote Karte für Rabenhorst, dem damit ein sehr unglückliches Comeback zu attestieren ist. Keiner war darüber aber mehr schockiert als Rabenhorst selbst, der zerknirscht nach dem Spiel in die Kurve kam, um sich für die Unterstützung zu bedanken. Mal gewinnt man, mal verliert man…
Tja, was soll man insgesamt also sagen? Ein Foulelfmeter, ein Handelfmeter, ein schönes Tor aus dem Spiel heraus für den Gegner, dazu eine lethargische Kurve? Kein guter Tag für die Victorianer. Zum Glück gibt’s noch ein Rückspiel…

Sonntag, 25. Oktober 2015

Oberliga, 12. Spieltag: Buxtehuder SV – SC Victoria 1:6 (0:4)

Jahnstadion, 123 Zuschauer

Buxtehude. Das ist nach landläufiger Meinung da, wo sich Hase und Igel gute Nacht sagen. Nach Buchholz dürfte das der Auswärtsspielort sein, der am weitesten entfernt liegt, allerdings hat sich der Autor gar nicht erst die Mühe gemacht, das zu verifizieren, sondern setzt das jetzt mal als Behauptung in die Welt. So oder so genug Zeit für eine zünftige Auswärtsfahrt mit Suff und Buff, sollte man meinen! Fast schon Regionalliga-Style… Leider machte uns da die voll besetzte S-Bahn mit ihren komischen Bestimmungen zu Alkohol- und Zigarettenkonsum während der Fahrt einen Strich durch die Rechnung, sodass es bei einer mehr oder weniger gemütlichen Gondelei ohne großes Entertainmentprogramm raus aufs Land blieb.
Macht aber nix, denn der Haufen, der unterwegs sogar noch größer wurde, war dann doch recht motiviert, als er im Jahnstadion eintraf. Der Support war also ganz gut, vielleicht nicht 90 Minuten durchgängig, aber laut mit der benötigten Prise Spaß versehen. Letztes Jahr war das noch alles ein großer Krampf in Buxtehude, dieses Jahr lief es dagegen wie von selbst. Immer wieder schön, wenn sich dann im Kopf einige Spielorte mit solch positiven Dingen assoziieren lassen und nicht nur mit „Scheiß Auftritt Mannschaft, scheiß Support, scheiß Sportplatz“, wie das ja durchaus auch vorkommt.
Ähnliches lässt sich nämlich auch über das Spiel sagen. Letztes Jahr hat sich der SCV hier sehr schwer getan gegen einen tief stehenden Gegner, der aggressiv zu Werke ging. Davon konnte in dieser Saison keine Rede sein. Nach sieben Minute klingelte es schon das erste Mal im Kasten der Gastgeber: Kangmin Choi sorgte für das 0:1 nach einer Vorlage von Edeling. Nur elf Minuten später machte Edeling es dann gleich selbst und erhöhte auf 0:2. Bis dato also schon mal ein gelungener Ausflug am Sonntagnachmittag. Das Wetter spielte auch großteils mit, Bier und Verpflegung waren ganz günstig – aber warum zur Hölle interessiert das nur 123 Menschen in Buxtehude?! Und so einige davon trugen auch noch Vicky-Schals, waren also zugereist. Leider ganz ganz bitter, aber der BSV hat es bisher wohl nicht geschafft, sich ein Image in der Stadt zuzulegen. Die erfolgreiche Konkurrenz um die Zuschauergunst heißt dort übrigens Damenhandball-Bundesliga!
Zurück zum Sportlichen: Bis zur Pause legte Choi noch einen weiteren Treffer drauf und Marius Ebbers erhöhte letztlich sogar noch auf 0:4, sodass die Messe dann auch endgültig gelesen war. Zu betonen an dieser Stelle übrigens, das alle Tore wirklich schön heraus gespielt waren – da waren keine Zufallsprodukte oder Sonntagsschüsse dabei! Die Art und Weise, wie der SCV da kombinierte und sich nach vorne bewegte, erinnerte an die guten ersten Wochen der Saison, die den Grundstein für die derzeitige Platzierung in der Tabelle gelegt hat. Zum Glück war der Ranzfußball der letzten Wochen nicht mehr zu sehen. Wenn das beim Derby am nächsten Spieltag gegen Altona auch so läuft, dann muss sich Berkan Algan samt Mannschaft und Anhang aber warm anziehen!
In der zweiten Hälfte schaltete Vicky nicht etwa einen Gang zurück, sondern machte einfach munter weiter. Marius Ebbers erhöhte per Kopf auf 0:5 (Vorlage Schulz), bevor Gary Voorbraak in der 86. Minute mit dem 0:6 den Schlusspunkt aus Sicht der Victoria setzte. Zwischenzeitig gab es sogar noch einen Elfmeter für den SCV, allerdings konnte der Torhüter den Schuss von Sergej Schulz parieren. Macht aber nix, zumindest in dieser Partie ist das nur 'ne Randnotiz wert.
Allenfalls eine Randnotiz war auch der Ehrentreffer für Buxtehude mit der letzten Aktion des Spiels. Zwar eigentlich unnötig, sich da überhaupt ein Gegentor einzufangen, aber Maxi Richter hatte den ganzen Nachmittag über nichts zu tun, von daher ist auch das zu verschmerzen.
Nach dem Spiel gaben wir unseren Jungs gleich schon mal das Motto für das Derby vor: „Altona schlagen“ prangte auf dem Spruchband, was nicht nur am Spielfeldrand gezeigt wurde, sondern kurzerhand auch noch mal vom Balkon der örtlichen Klause. Der Besitzer war zwar zunächst nicht angetan, aber nachdem das Vogelhäuschen wieder an Ort und Stelle stand, waren dann alle zufrieden.


Sonntag, 18. Oktober 2015

Bezirksliga Nord, 11. Spieltag: SC Victoria II – TuS Berne 6:4 (5:1)

Area 52, 50 Zuschauer

Da kommt man mal ein paar Minuten zu spät – und schon hat man die ersten Treffer verpasst. Wahrscheinlich lag es auch daran, dass wir bis zum Schluss der Meinung waren, das Spiel sei 5:4 ausgegangen – was für uns den Spannungsgrad gerade in der Schlussphase dann doch stärker erhöht haben dürfte, als für die übrigen Zuschauer, die wussten, wie es wirklich stand.
Als wir den Platz erreichten, stand es also wohl schon 2:0, die ersten Tore fielen in der 8. und 12. Minute, durch Oberliga-Leihgabe Sepgher Nikroo und Felix Ernst, bevor Kevin Zschimmer, ebenfalls normalerweise in der Oberliga tätig, auf 3:0 erhöhte. Ohnehin muss man zugebe, dass aufgrund des Spielausfalls der ersten Mannschaft so einige Oberliga-Akteure heute mal in der Bezirksliga randurften. Dennis Thiessen machte seine Sache ähnlich souverän und Sergej Schulz durfte sich später noch zwei Mal in die Torschützenliste eintragen. Zur Pause stand es dann also bereits 5:1 und das Spiel war gelaufen, wie man so schön sagt.
Vielleicht lag es auch daran, dass Berne in der zweiten Halbzeit etwas mehr Raum bekam und so Tor um Tor aufholen konnte. Am Ende stand daher ein 6:4 zu Buche, das letzte Tor für Berne fiel in der Nachspielzeit. Bei uns wurde dann bis Abpfiff gebibbert, ob noch der Ausgleich fällt – aber logisch dass der nicht mehr kam.
Naja, immerhin mal wieder bei der Zweiten vorbei geschaut, ordentlich Tore und einen Sieg zu sehen bekommen. Leider ist in dieser Saison nicht ganz so häufig Zeit dafür, unseren Blau-Gelben in der Bezirksliga zuzusehen. Aber es geht ja auch ohne uns – durch den Sieg hat man die Tabellenspitze erklommen! Nachdem es zu Beginn der Saison noch etwas holprig war (inklusive Punktabzug) ist man jetzt wieder da, wo man hingehört! Weiter so!


Donnerstag, 8. Oktober 2015

Oberliga, 10. Spieltag: SC Victoria – Niendorfer TSV 2:1 (1:1)

Stadion Hoheluft, 99 Zuschauer

Gegen Niendorf auf 'nem Donnerstagabend. Bei typischem Hamburger Herbstschmuddelwetter. Parallel zu einem Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft. Halleluja! Kein Wunder, dass das niemanden hinterm Ofen hervor gelockt hat. 99 Zuschauer waren es dann am Ende offiziell – inoffiziell dürfte die Zahl aber darunter gelegen haben. Zu Spielbeginn waren es jedenfalls noch keine 50 – es sei denn, die haben sich irgendwo in der Dunkelheit versteckt gehabt. Ließ sich aber wohl nicht ändern, schließlich müssen wir uns das Stadion ja noch mit kleinen Braunen teilen und deren Spielplan muss mit unserem abgestimmt werden. Sicher alles andere als optimal – allerdings ist man hinterher dann ja doch froh, dass man das Spiel bereits über die Bühne gebracht hat. Das Wetter wird ja auch nicht besser und so...
Im C-Block war die Stimmung dann auch alles andere als mitreißend. Grundsätzlich nicht in Bestbesetzung angetreten, dazu diverse Menschen angeschlagen und wenn dann die Motivation nicht überall zu 100% stimmt, kommt es auch mal zu einigen Pausen im Support.
Und wenn das eigene Team dann gegen den krassen Außenseiter nach exakt 29 Sekunden hinten liegt, kann man auch schon mal schlucken. So war das im Vorfeld aber nicht angedacht! Hallo?! Niendorf ist jetzt vielleicht nicht das schlechteste Team der Liga, aber außer einem überraschenden Sieg gegen Dassendorf hatten die jetzt auch nicht gerade viel vorzuweisen. Umso ärgerlicher, wenn man dann sofort in Rückstand gerät. Ohne groß mit dem Finger zeigen zu wollen – hm, vielleicht doch? – war der jetzt nicht unhaltbar. Aber Abwehr und Torhüter haben da gleichermaßen gepennt. Das eigentliche Ärgernis aus Fansicht war dann aber eher, das Vicky sich zunächst nicht anschickte, das Ergebnis zu korrigieren. Oder besser: Man versuchte es, aber Niendorf stand sehr gut, sodass gar nicht erst sonderlich viele Torchancen entstehen konnten. Eine sehr zähe Angelegenheit, umso mehr, je länger das Spiel dauerte.
Bis zur 40. Minute mussten wir im C-Block letztlich ausharren, bis zumindest der Schiedsrichter mit uns Mitleid hatte. Anders kann man seinen Elfmeterpfiff direkt vor unserer Nase nämlich nicht bezeichnen. Ein Geschenk, das muss man ganz deutlich sagen! Choi wird im Laufen irgendwie so ein bisschen angestupst und fällt der Länge nach hin. „Den wollte er doch haben!“ – und hat ihn bekommen. Marcel Rodrigues ließ sich dann natürlich nicht lange bitten und verwandelte eiskalt, sodass zur Pause immerhin ein schmeichelhaftes Unentschieden auf dem Zettel stand.
In Hälfte 2 ging der SCV dann etwas engagierter zu Werke, eine deftige Pausenandacht dürfte hier wohl geholfen haben. Aber auch weiterhin wurde mit den Chancen zu großzügig umgegangen. Letztlich sollte es bis zur 80. Minute dauern, bis Kevin Zschimmer unsere Farben erlöste und das 2:1 erzielte. Der letzte Sturmlauf von Niendorf brachte dann nochmals einige gefährliche Situationen für unser Tor mit sich, aber letztlich waren nun alle Blau-Gelben hellwach und konnten so die drei Punkte an der Hoheluft behalten.
Insgesamt ein sportlicher Auftritt, der sich nahtlos an die vergangenen Wochen anpasste. Seit Dassendorf ist so ein bisschen der Wurm im Spiel bei Vicky drin, die Auftritte vorher waren wesentlich dominanter und leidenschaftlicher vorgetragen. Wollen wir mal hoffen, dass sich das in den nächsten Wochen wieder ändert, es reicht schließlich schon, dass wir in dieser Phase aus dem Pokal geflogen sind, da müssen wir jetzt nicht auch noch in der Meisterschaft schwächeln!


Sonntag, 4. Oktober 2015

Oddset-Pokal, 4. Runde: TSV Uetersen – SC Victoria Hamburg 9:8 n.E. (1:1, 2:2)

Rosenstadion, 112 Zuschauer

Wer auf dem Hinweg per Auto nach Uetersen reiste, dürfte sich auf der Höhe der Abfahrt nach Halstenbek verwundert die Augen gerieben haben: Auf beiden Seiten der Autobahn eine lange Schlange an Autos, die ausgerechnet da abfahren wollten. Hinterher kann man sagen: Wären wir mal dem Ruf des „Apfelfestes“ auch gefolgt! Wir fuhren aber brav weiter, bis wir dann endlich mal irgendwann am Zielort Uetersen ankamen. Alles höchst unangenehm, auch unsere Bahnfahrer waren bereits bedient. Es ist eben nicht so leicht, wenn man sonntags in die Vorstadt gurken muss…

So richtig in Stimmung war irgendwie niemand und so wurde die erste Hälfte des Spiels schweigend verbracht. Was es da zu sehen gab, war ebenfalls nicht dazu angetan, jemandem zum Fußballfan zu machen. Victoria tat sich gegen die robusten Spieler aus der Landesliga äußerst schwer. Es konnten zwar ein paar Chancen heraus gespielt werden, aber richtig zwingend war das alles nicht. Letztlich musste unser Koreaner Kangmin Choi mal wieder die Eisen aus dem Feuer holen, was ihm nach 26 Minuten und einer Vorlage von Marius Ebbers auch gelang. Noch lief also alles nach Plan: Das war zwar kein überragendes Spiel, aber ein gutes Pferd springt ja bekanntlich nur so hoch wie es muss. Als Ebbers dann mit muskulären Problemen in der 35. Minute ausgewechselt werden musste, nahm allerdings das Unheil seinen Lauf… Es ist jetzt nicht an seinem Fehlen allein festzumachen, aber der SCV spielte zu pomadig und verpasste es, den zweiten Treffer nachzulegen. Sowas rächt sich ja immer – ganz besonders im Pokal, wo es um Alles oder Nichts geht.

In der zweiten Hälfte hat sich dann der Haufen Kaoten zusammengerissen und doch mal ein bisschen Leben in die Veranstaltung gebracht. Das war auch wirklich ein Trauerspiel – zu Beginn des Spiels waren mit Sicherheit keine 50 Leute im Stadion. Woher die 112 Zuschauer gekommen sein sollen, die in der offiziellen Statistik aufgetaucht sind, weiß ich auch nicht recht – 80 zu Spielende halte ich für realistischer. Egal, es wurde jedenfalls supportet und gleich mal ein neues Lied eingeführt, das ganz gut Laune machte.

Sportlich dagegen machte es weniger Laune, dass Uetersen in der 65. Minute zum 1:1 ausgleichen konnte. Noch weniger Laune brachte es dann, dass dies auch gleichzeitig der Endstand war und wir noch länger als unbedingt nötig in Uetersen bleiben mussten.

Die Verlängerung stand an und Choi legte erneut vor und erhöhte auf 2:1 für die Guten. Ein blöder Foulelfmeter machte dann aber jegliche Abendgestaltung des Autoren zunichte, denn der Ausgleich zum 2:2 bedeutete letztendlich auch noch Elfmeterschießen.

Das konnte ja nicht gut gehen – wer die miese Statistik der Blau-Gelben kennt, wusste also, was nun passieren würde. Ein weiterer Kaot ließ sich derweil per Telefon zum Shootout durchstellen und erlebte das Ausscheiden ohne Bildmaterial, was wohl letztlich auch besser war.


Der klägliche Rest verließ anschließend die Anlage mit hängenden Köpfen und noch mieserer Laune und durfte dann noch eine Odyssee durch das schleswig-holsteinische Flachland machen. Haseldorf, Hetlingen, Horst, Hedel… oder so ;-). Nach mehr als dreistündiger Fahrt hatte jedenfalls auch der letzte Kaot seine Heimat erreicht und ist froh, wenn er nie wieder nach Uetersen muss!

Sonntag, 27. September 2015

Oberliga, 9. Spieltag: SC Condor – SC Victoria Hamburg 1:0 (0:0)

Berner Heerweg, 240 Zuschauer

Bei Condor könnt ich kotzen! So oder ähnlich ist meine Gefühlslage mittlerweile, wenn ich an Spiele am Berner Heerweg denke. Es geht da einfach immer irgendwas schief und so setzte es Sonntagmittag die erste Niederlage nach sieben Siegen. 

Das mag vielleicht Jammern auf hohem Niveau sein, aber Condor ist eigentlich keine Spitzenmannschaft. Immer dümpeln die irgendwo im grauen Mittelfeld rum und trotzdem tut sich Vicky da immer schwer! Selbst wenn man es schafft, sich mal durch die Abwehr zu arbeiten, steht plötzlich Sascha Kleinschmidt vor einem und verhindert den Torerfolg. Fürchterlich! Warum ist der so gut? Oder besser: Warum spielt der nicht für uns? Okay, als Antwort lasse ich mal durchgehen: Weil wir Tobi Grubba haben. Der hat heute auch wieder das ein oder andere Ding gehalten, Wahnsinn. Den wohl schwierigsten Ball fischte er übrigens unmittelbar vor dem Tor der Raubvögel von der Linie. Darauf folgte dann die Ecke und der Rest ist Geschichte. Eine kleine Unachtsamkeit und schon liegst du hinten. Dass es dann noch schwerer wird, gegen Condor zu punkten ist klar, vor allem wenn du eh nur noch 11 Minuten Zeit hast.


So kann man hier aber von einem gebrauchten Sonntag sprechen. Lutz Göttling meinte hinterher, dass man das bereits unter der Woche ablesen konnte. Nach Dassendorf war wohl die Spannung etwas aus der Mannschaft raus. 

Gleiches galt heute auch für die Fanszene, denn offenbar war Sonntagsmittag um 11:30 Uhr (immerhin 45 Minuten später als sonst) offenbar immer noch zu früh für die Kaoten. Somit gab es bis auf ein paar halbherzige Versuche, mal einen Schlachtruf ins weite Rund zu bringen, keinen ernsthaften Support. Auch nicht gut, aber was will man machen. Geht halt nicht immer.

Freitag, 18. September 2015

Oberliga, 8. Spieltag: SC Victoria Hamburg – TuS Dassendorf 2:1 (2:1)

Stadion Hoheluft, 548 Zuschauer

Spitzenspiel! Zweiter gegen Dritter, Meister gegen Vizemeister aus dem letzten Jahr. Die Vorzeichen haben also gestimmt, für Spannung war gesorgt und dazu war es auch noch ein Flutlichtspiel. Es war also angerichtet, wie es so schön heißt. Immerhin wurde die 500-Zuschauer-Marke dann auch endlich mal geknackt. Der Termin war offenbar auch gut für so einige Hopper aus aller Herren Länder, die sich unseren alten Kasten mal anschauen wollten. Die Rede war hinterher von Engländern, Schweden und Finnen – und wer weiß, wer noch da war, ohne sich vorzustellen...

Die Kulisse war also bereitet und was soll man sagen: Auch die Kurve war heute ausgesprochen gut aufgelegt. Nicht nur, dass wir endlich mal wieder ein paar mehr Nasen bei uns im C-Block begrüßen durften, nein, die Bedeutung des Spiels und der spannende Spielverlauf haben auch dazu beigetragen, dass endlich mal wieder alle voll aus sich raus gegangen sind. Da wurde gehüpft und gebrüllt, gesungen und gepöbelt, Fahnen geschwenkt und mit Schals gewedelt – und das 90 Minuten lang! Fanherz, was willst du mehr?! Auf jeden Fall mit Abstand der beste Auftritt in diesem Jahr, sodass sich Nordkaos jetzt zufrieden zurück lehnt und den Rest der Saison mal Fünfe gerade sein lässt… Nein, machen wir natürlich nicht, aber für solche Spiele und so ein Gefühl tut man sich das Woche für Woche wieder an. Manchmal muss man sich dann hinterher auch ganz ultra-mäßig mal ein bisschen selbst beweihräuchern.

Wie gesagt, hat der Spielverlauf sicherlich zur guten Stimmung einiges beigetragen. Es ist eben einfacher, für Stimmung zu sorgen, wenn du gerade das Spitzenspiel gewinnst, als wenn du mit 0:5 auf die Fresse bekommst.

Schon nach fünf Minuten Spielzeit sorgte unser Neuzugang aus dem Fernen Osten Kangmin Choi nämlich für blau-gelben Jubel. Dabei ähnelten sich die Bilder, denn schon gegen den FC Türkiye konnte der SCV nach einer Ecke jubeln. Dieses Mal trat Dennis Thiessen die Ecke, der Ball kam zu Rinik Carolus, der wiederum für „Kopfballungeheuer“ Choi auflegte. Und drin war das Ding! So muss das!

Dass DasDorf kein Selbstläufer ist, konnten die Zuschauer dann aber bereits knapp zehn Minuten später erleben, als der 1:1-Ausgleichstreffer fiel. Im Anschluss folgte ein weitestgehend ausgeglichenes Spiel, bei dem auch beide Teams durchaus Chancen hatten. Der Titel „Spitzenspiel“ passte schon.

Kurz vor Pausenpfiff folgte dann aber der Treffer Marke „Tor des Monats“: Der SCV im Angriff, Marcel Rodrigues am Ball, steht mit dem Rücken zum Tor. Was macht unser Anpeitscher? Einfach mal mit der Hacke schießen… 2:1! Kann man mal machen! Dass Marcel sich dafür ganz besonders feiern ließ, war nur zu verständlich – und dass es hinterher wieder ein UFTTA gab, die er initiierte, natürlich auch. Nach so einem Spiel sei das dann auch mal gestattet.

In der zweiten Hälfte legte Dassendorf noch einen Zahn zu, richtig gefährlich wurde es aber erst zur 80. Minute, als Neu-Victorianer Sepher Nikroo vom Gelb-Rot vom Platz gestellt wurde. Die letzten zehn Minuten wurde also der blau-gelbe Kasten mit Mann und Maus verteidigt – und der Vorsprung schließlich über die Zeit gebracht. Geil! Kleine Anmerkung am Rande: Vicky kann auch ohne Ebbers, zumindest heute.


In der Tabelle sorgte der Sieg leider nicht für den erhofften Sprung nach ganz oben, aber immerhin wurde so der zweite Platz gefestigt.