Sonntag, 7. Dezember 2014

Holsten-Pokal, 4. Runde: Meiendorfer SV II - SC Victoria Hamburg II 4:3 n.V. (2:2)


Stadion an der B75, 30 Zuschauer
 
Vierte Runde im Holstenpokal und als Gegner für unsere Zweite wartete der zwei Klassen tiefer spielende Kreisligist Meiendorfer SV II. Und da Vicky als Landesligist sogar mit zu den drei besten Teams (ligentechnisch) gehört, sollte das doch eigentlich eine sichere Nummer sein. Aber wir haben ja den Werdegang über die letzten Wochen verfolgt und leider feststellen müssen, dass es alles andere als rund bei Godys Jungs läuft: Selbst wenn man eigentlich gut spielt und überlegen ist (und vielleicht sogar mal die Tore macht) langt es am Ende oft nicht, den Ertrag in Form von Punkten einzustreichen.
Und so schwante mir schon am Sonntagmorgen vor dem Condorspiel nichts Gutes. Trotzdem machten wir uns letztlich mit sieben Leuten vom Berner Heerweg auf zum Stadion an der B75, was zum Glück nicht sonderlich weit und bequem mit Auto in fünf Minuten zu erreichen war.
An der Kasse folgte zunächst mal eine Enttäuschung für den Kassierer: Kaum jemand wollte Eintritt zahlen, die meisten zückten irgendwelche Karten. Tja. Dafür gab es auch kein Nackensteak im Brötchen, denn die Bude blieb heute geschlossen. Egal, es sollte ja nachher Grünkohl geben!
Wir platzierten uns direkt neben der Trainerbank und begrüßten erst mal das Team. Bei einem Pokalspiel kann man ja auch mal guten Willen zeigen uns so flatterte bald auch eine Zaunfahne im Wind vor sich hin – und wurde nass. Denn natürlich fing es während des Spiels an zu regnen. Und das in Meiendorf, wo es eh schon kaum Schutz gibt, wenn man an der Gegengeraden steht. Und auf die Tribüne gehen? Nein, danke! In der zweiten Halbzeit munteren wir uns mit einem Radiogerät auf, das auf Wunsch alles spielte, was YouTube hergab. Leider waren die Wünsche bis auf wenige Ausnahmen eher mau, aber das lag ja an den Leuten... ;-)
Auf dem Acker – Rasen war das definitiv nicht mehr – dominierte der SCV II das Spiel in der ersten Hälfte und ging verdient mit 2:0 in Führung. Das sollte doch wohl reichen? Nö, natürlich nicht. Meiendorf gelang in HZ2 zunächst der Anschlusstreffer, dann gab es die übliche Rote Karte für uns und in der Nachspielzeit netzte der Kreisligist zum Ausgleich ein. Fuck! Ich hatte mich schon auf die warme Wohnung und lecker Essen gefreut! Dumm gelaufen, wir mussten jetzt 30 Minuten Verlängerung ertragen. Aber immerhin mit einer Stärkung, denn die erste Packung Mettenden wurden noch am Spielfeld vernichtet. Yummy!
Die Verlängerung war spielerisch eine Offenbarung und ich weiß auch gar nicht mehr, wer das nächste Tor gemacht hat. Jedenfalls erzielten beide noch die Treffer zum zwischenzeitlichen 3:3, bis Meiendorf den Sack zumachte und am Ende verdient mit 4:3 das Ding gewann. Tja, haste Scheiße am Fuß...
Im Gegensatz zur Ersten dürften alle Leute der Zweiten echt froh über die Winterpause sein, denn bisher war das eine echt verkorkste Saison. Hoffen wir mal, dass es mit den nötigen Verstärkungen nach der Winterpause besser wird.
Wir verzogen uns anschließend auch umgehend ins Warme und schmausten noch herrlich bei Grünkohl und Gerstensaft bis spät in die Nacht hinein! Auf nächstes Jahr!

Oberliga Hamburg, 19. Spieltag: SC Condor - SC Victoria Hamburg 0:4 (0:3)


Berner Heerweg (KRP), 150 Zuschauer

Auswärts bei Condor – juhuu... not. Condor gehört nicht gerade zu den geilsten Plätzen in Hamburg. Weitläufiger Ground ohne Aufbauten, Laufbahn und gefühlt steht man UNTER dem Spielfeld und hat das Gefühl, dass die Spieler auf einem Hügel rumrennen. Zudem kein gutes Pflaster für den SCV, traditionell tun wir uns schwer bei den Schwarz-Gelben. Da kam die Nachricht, dass wir nicht auf dem Rasen sondern dem neuen Kunstrasen spielen, gerade recht. Der einzig negative Punkt: Keine Umzäunung, also auch keine Trommel und die Fahnen müssen hinter uns an den Fangzaun. Ätzend.
Umso größer die Überraschung, als wir da am frühen Sonntagmorgen angestiefelt kamen: Einen netten Wellenbrecher als Umrandung haben sie sich gleich mit gegönnt. Dumm nur, dass die Trommel nun zuhause geblieben war. Egal, dann müssen es eben die Stimmen alleine richten. Fahnen an das Ding geklatscht und los ging es. Für diese Uhrzeit schauten übrigens überraschend viele Gäste bei uns vorbei, sodass wir nach einigen Problemen zu Beginn dann einen soliden Auftritt hinlegen konnten.Vielen Dank für eure Unterstützung!
Der Spielverlauf kam uns da aber auch sehr entgegen, denn Condor hatte zwar Chancen, die Tore machte aber nur Vicky. Zur Pause stand es bereits 3:0 und man hatte nicht den Eindruck, dass hier schon Schluss sein sollte. Letztlich wurde in der zweiten Hälfte auf dem Plastik ein Gang zurück gefahren, da Condor auch keine Anstalten machte, wirklich gefährlich zu werden, sodass es am Ende mit 4:0 nach Hause ging.Leider hat es damit im letzten Punktspiel des Jahres nicht mehr ganz mit dem anvisierten zweiten Platz geklappt, aber Pinneberg war dann einfach zu weit weg und nicht mehr einholbar. Vicky ist nun aber in guter Position, um in der - bei Blau-Gelb traditionell - starken Rückrunde noch mal ganz oben anzugreifen und diese ganzen schleswig-holsteinischen Vorstädter von den Plätzen zu stoßen. Hamburgs Meister wird immer noch ein Hamburger Team!
Wir gönnten uns derweil auch den ein oder anderen Spaß beim Support und zeigten den Umstehenden mal, dass wir uns in der Oberliga wieder pudelwohl fühlen. In den letzten Wochen hat zum Glück auch endlich mal die Mannschaft begonnen, mitreißenden Fußball zu spielen, sodass ich wirklich wieder mit dem Herzen dabei bin. Hat halt doch eine Weile gedauert, die Regionalliga zu verdauen. So hatte man am Ende des SPiels aber ein gutes Gefühl und die Gesichter der Jungs waren auch gelöst. Fehlt nur noch ein letzter Sieg in diesem Jahr, um für einen versöhnlichen Abschluss zu sorgen! Haut HR aus dem Pokal!
Da wir im Vorfeld diesen Sonntag für unsere jährliche Weihnachtsfeier auserkoren hatten, sollte es eigentlich im Anschluss zum traditionellen Grünkohlessen gehen, aber zunächst schauten wir noch bei unserer Zweiten vorbei, die im Holstenpokal ran musste. Das war allerdings kein so netter Ausflug, wie man im entsprechenden Spielbericht nachlesen kann...

Sonntag, 30. November 2014

Oberliga Hamburg, 18. Spieltag: SC Victoria Hamburg - TuS Dassendorf 1:0 (0:0)

Stadion Hoheluft, 403 Zuschauer

Letztes Heimspiel des Jahres und zum Abschluss ein richtiger Kracher: Der amtierende Meister TuS Dassendorf war zu Gast an der Hoheluft. Nun sollte sich also endlich mal zeigen, was die ganzen Siege in den letzten Wochen wert waren, den man muss es ja zugeben: Die Gegner waren allesamt bestenfalls Kanonenfutter.
Vicky bereitete sich derweil wie ein Bundesligist auf dieses Spiel vor: Es wurden Weihnachtsmützen gedruckt und an Mannschaft und Zuschauer verteilt. Was bei uns von einem Spieler initiiert wurde, wird woanders generalstabsmäßig über die Fanshops direkt an die Kunden abgesetzt. Davon hab ich mich eine Woche später beim Hoppen samt Zugfahren einmal quer durch die Republik überzeugt, denn gefühlt jeder Zweite hatte so ein hässliches Ding auf dem Kopf. Ich möchte nicht wissen, was die ganzen Kunden dafür hingeblättert haben...
Bei uns gab's die Dinger, wie gesagt, kostenfrei, zusätzlich wurden an Vereinsmitglieder Freikarten verteilt und es gab günstigen Glühwein. Nette Aktion mit mäßigem Erfolg, aber sowas braucht halt seine Zeit, bis es merklich Zuschauer bringt. Immerhin: 400 People verirrten sich ins weite Runde und das am späten Sonntagabend.
So viel zum Drumrum. Bei uns war ebenfalls gut was los in der Kurve und so können wir von einem gelungenen Auftritt sprechen. Klar, es gab die üblichen Hänger, aber mit so wenigen Leuten fällt jeder Ausfall schnell auf, bzw. wenn die eine Stimme versagt, ist halt Ende Gelände. Wir haben nun mal keinen Pool von 200 Sängern, wo man dann halt den nächsten anstupst, er möge doch mal lauter singen. Gestartet wurde das Spiel übrigens mit einer weiteren kleinen Aktion unsererseits: Nachdem das Anzünden unseres Adventskranzes letzte Woche bei den Spielern sehr gut angekommen war und wir gebeten wurden, so etwas häufiger zu machen, ließen wir uns nicht lumpen und trafen uns unter der Woche erneut zum Basteln. Dieses Mal aber nichts Entzündliches, sondern Styroporbuchstaben, die wir zu Beginn der Partie in verschiedenen Zusammensetzungen hochhielten. Kleine Fehler beim Halten schmälerten zwar das Gesamtbild, aber die Buchstaben selbst sahen geil aus!
Auf dem Rasen entwickelte sich dann tatsächlich auch ein hochklassiges Spiel, das beiden Spitzenteams würdig war. Meiner total subjektiven Meinung nach war Vicky auch die ganze Zeit über besser – wirklich zwingende Torchancen konnte sich Dassendorf nicht herausspielen. Vicky vergab dagegen mal wieder Hochkaräter in Serie, aber letztlich wurden wir dafür nicht bestraft. Es sollte allerdings bis zur zweiten Hälfte dauern, bis Marius Ebbers unter Schützenhilfe des gegnerischen Torhüters das 1:0 markierte.
Dabei blieb es dann auch, sodass der SCV seine Serie auf acht Heimspielsiege in Folge ausbauen konnte. Insofern schade, dass nun fast schon Winterpause ist. Nach dem Spiel saßen wir traditionell noch ein wenig zusammen, bevor sich dann alle am späten Abend auf den Heimweg machten. Immerhin mussten die meisten Montag wieder schaffen gehen...

Samstag, 29. November 2014

Landesliga Hammonia, 18. Spieltag: SC Sperber - SC Victoria II 3:2 (2:1)

Heubergredder, 100 Zuschauer

Wer ist so pünktlich wie die Deutsche Bahn?!...
Dieser sich reimende Sing-Sang galt heute nicht nur für die eine Person, sondern für so ziemlich alle aus den Reihen der SCV-Fans. Auch ich war erst mit Anpfiff am Heubergredder, die nette Dame im Kassenhäuschen nahm mir mein piepsiges "Einmal ermäßigt bitte!" wie immer ab. Gott sei Dank hatte ich mich tags zuvor rasiert.
Ich machte mir es auf der Tribüne bequem, wenn's auch etwas kalt und zugig war. Vom Spiel weiß ich gar nicht mehr soviel, ich wurde halt gebeten etwas dazu zu schreiben - (Ist das unprofessionell?) Auf jeden Fall stand es nach einer guten Viertelstunde schon 1:0, hätte rosiger beginnen können. Fünf Minuten später dann ein grober Schnitzer unsererseits. Der Keeper sprang nach einer Flanke unter dem Ball hindurch, Oberliga-Leihgabe Jerry Nicolaus wollte klären, klärte aber ins eigene Tor. Vielen Dank für die Blumen.
Es dauerte dann noch 20 Minuten, bis Victoria "nochmal rankam" und nach einem direkt verwandelten Freistoß auf 2:1 verkürzen konnte. Mit diesem Ergebnis und halb vollzählig begab man sich in den nahegelegenen türkischen Imbiss, wärmte sich auf und nahm kleine Köstlichkeiten zu sich.
Kurz nach dem Wiederanpfiff fiel das 3:1 für Sperber. War die Messe nun schon gelesen? Die Oblaten vertilgt? Der Messwein verhaftet? Der Messdiener...? Aua, lassen wir das. Gottlob hatte der Allmächtige einen scheinbar guten Tag, bescherte er uns doch noch ein Eigentor auf der Heimseite. Dann aber 64. Minute, 3:2.
Dieser knappe Vorsprung hat eine hitzige Schlussphase nach sich gezogen, in der auf beiden Seiten noch zwei gelbe Karten gezeigt werden mussten. Es blieb aber bei der x-ten Saisonniederlage für Vicky II. Schade.

Freitag, 21. November 2014

Oberliga Hamburg, 17. Spieltag: SC Victoria Hamburg – FC Süderelbe 5:1 (1:1)


Stadion Hoheluft, 253 Zuschauer

Bei der Anreise zu diesem Spiel Ende November konnte man schon eine Absage befürchten: Dicker Nebel wie aus einem Edgar Wallace-Film überzog die Hansestadt und Umgebung. Während aber überall in Hamburg die Spiele ausfielen, konnte an der Hoheluft gekickt werden. Die Sicht von Tor zu Tor war gegeben, sodass dem Kick nichts im Wege stand. Pünktlich zum Anpfiff verzog sich die Suppe auch noch ein wenig mehr und man konnte schon fast von idealem Fußballwetter sprechen.
Im ersten Durchgang tat sich der SCV schwer gegen tiefstehende und gut verteidigende Gäste aus Süderelbe. Diese konnten sogar nach 20 Minuten in Führung gehen, das war aber nicht eingeplant gewesen! Gott sei Dank haben wir dieses Jahr einen Marius Ebbers, der dann einfach mal zum berühmt berüchtigten psychologisch wertvollen Moment kurz vor der Halbzeit goldrichtig steht und zum Ausgleich einnetzt. Nach dem Pausentee machten dann Boock und Ebbers innerhalb von fünf Minuten kurzen Prozess und mit der 3:1-Führung, die noch auf 5:1 erhöht wurde, im Rücken, konnte gemütlich ins Wochenende gestartet werden.
Weil ja bald auch schon wieder Weihnachten ist, entzündeten wir nach Abpfiff schon mal unseren ganz privaten Adventskranz in Block C. Wie schon in den 90 Minuten zuvor sorgte das aber nicht unbedingt für eine besinnliche Stimmung, die ja aber auch nicht unbedingt erstrebenswert schien. Denn vor allem im Laufe der sportlich erfreulichen zweiten Halbzeit konnte sich der Mob bzw. das Möbchen phasenweise in einen wahren Rausch singen, herrlich! Noch immer nicht wirklich laut, sind wir für die Menge an Leuten eigentlich trotzdem ziemlich geil am Abdrehen gewesen muss man ja mal sagen. Für das heißersehnte Prädikat „supergeil“ reicht es noch nicht ganz, dafür muss noch ein wenig mehr Konstanz in die eigenen Leistungen gebracht werden. Aber parallel zu den verbesserten Auftritten unserer Jungs auf dem Rasen haben auch wir uns in den letzten Wochen kontinuierlich gesteigert. Diesen Weg gilt es nun weiter zu gehen und wer weiß, vielleicht können wir uns dann auch bald selbst „supergeil“ nennen.

Sonntag, 16. November 2014

Landesliga Hammonia, 16. Spieltag: SC Victoria Hamburg II – SV Eidelstedt 2:3 (1:2)

Area 52, 40 Zuschauer

Was war das damals für ein Auftakt: 6:0 fegte unsere Zwote am 1. Spieltag Mitaufsteiger SV Eidelstedt von deren eigenem Platz. Tabellenführung nach Spieltag1. Danach musste man leider feststellen, das die ersten Pflaumen madig waren, denn es ging – wenig überraschend – in der Tabelle nach unten. Nach ganz unten zwischenzeitlich sogar. Mittlerweile krebst man da unten kurz vor den Abstiegsrängen rum, aber so richtig absetzen kann man sich auch nicht.
Nun kam also der SVE an den heimischen Kunstrasen. Die Hoffnung auf eine Wiederholung der Gala von Spieltag 1 war wohl bei niemandem vorhanden, trotzdem fanden sich letztlich vier Kaoten am Spielfeldrand ein. Passend zum Anpfiff fing es dann natürlich auch noch an zu regnen. Joah, passte zu diesem ohnehin schon grauen und ungemütlichen Sonntag. Zum Glück gab es zwischendurch immer wieder Regenpausen, sonst wären wohl alle Zuschauer zur Halbzeitpause nach Hause gegangen aufgrund der Kälte und Nässe, die einem in alle Glieder kroch. Sehr unangenehm auf jeden Fall. Ich erwischte mich innerlich mehrfach beim Abwiegen der Pro- und Contra-Argumente, warum ich mir das eigentlich immer wieder antue. Nicht nur die eigenen Teams schauen sondern auch noch Hoppen gehen – also freiwillig in die Kälte und Nässe raus. Aber wie immer hat die Pro-Seite gewonnen und ich bibberte bis Ende des Spiels tapfer weiter...
Auf dem Rasen selbst ging's dann immerhin gleich mal los wie bei der Feuerwehr. Kaum drei Minuten gespielt – klatsch – lag der Ball im Tor. Zum Glück im gegnerischen. Riesiger Jubel bei Vicky, sollte sich Geschichte etwa doch wiederholen? Nein, leider zu früh gefreut, denn kaum folgte der Wiederanpfiff, zappelte die Kugel schon wieder im Netz. Dieses Mal leider im eigenen. Ein Wechselbad der Gefühle. Oder auch einfach nur Pech.
In der 28. Minute kam es dann auch noch ganz dicke, denn der beste Spieler auf dem Platz, Daniel Tannenberg vom SVE, netzte zum ersten Mal am heutigen Tag ein. Später folgte noch ein zweites Tor und der SVE war auf 3:1 davon gezogen. Damit war das Ding wohl durch.

Aber was normalerweise der Gegner machte, besorgten dieses Mal die Victorianer selbst: Am Ende des Spiels den Gegner noch mal unter Druck setzen und den Anschlusstreffer erzielen. Anschließend drücken und mindestens noch den Ausgleichstreffer holen. Okay, dazu reichte es leider nicht mehr ganz, aber Vicky fightete und biss, bis der Schiedsrichter nach etlichen Minuten Nachspielzeit abpfiff. Spielstand 2:3. Leider keinen Punkt geholt, dafür aber 'ne fette Erkältung! Na gut, Mund abputzen und weitermachen. Man hat beim Zuschauen zumindest nicht den Eindruck, dass dieses Team chancenlos im Abstiegskampf ist. Und wenn ich überlege, wie der Aufstieg realisiert wurde, nämlich in letzter Minute, wird hier auch bis zum bitteren Ende weiter gekämpft!

Samstag, 15. November 2014

Oberliga Hamburg, 16. Spieltag: SV Curslack-Neuengamme - SC Victoria Hamburg 1:1 (0:1)

Grawkowweg, 360 Zuschauer

Nordkaos und der Gramkowweg – das ist eine ganz besondere Beziehung. Warum? Das hat verschiedene Gründe: Ein Punkt ist sicherlich, dass wir schon so oft da waren. Legendär an dieser Stelle sicher der Testspiel-Marathon im Winter vor ein paar Jahren. Mittlerweile ist auch noch ein Sommerturnier pro Jahr dazu gekommen. Plus Ligaspiele. Und an mindestens ein Pokalspiel kann ich mich spontan auch erinnern. Man hat das Gefühl, man kennt da jedes Blatt, so oft ist man schon da gewesen. Dann gab's vor ein paar Jahren mal eine Aktion, die hohe Wellen in der Regionalpresse geschlagen hatte, Stichwort Aufkleber und so. Und schwimmen ist jemand von uns im Kanal nebenan auch mal jemand gegangen... Naja, jedem in der Gruppe fallen sicherlich auf Anhieb mehrere Dinge ein, die er mit Curslack verbindet.
Und nun das: Seit letztem Samstag (auch der Termin ist schon immer so gewesen!) ist eine Tribüne dazu gekommen. Ja, tatsächlich, es wurde eine gebaut! In Zeiten, wo Traditionsstätten in der Bundesliga durch gesichtslose Arenen ausgetauscht werden und selbst das Millerntor seinen baufälligen Charme verloren hat, in einer Zeit, wo in der Oberliga alte Spielstätten und kleine Stadien einfach abgerissen und durch langweilige Kunstrasenplätze ersetzt werden – in solch einer Zeit baut Curslack sich eine Tribüne! Allein für diese Idee hat sich der Verein Lob verdient! Zwar sieht sie auf den ersten Blick etwas „hochbeinig“ aus, aber in den Bauch sollen ja bis nächsten Sommer ja auch noch Duschen und Umkleidekabinen gebastelt werden. Ganz klassisch also – wie bei unserer Tribüne im Stadion Hoheluft. Ansonsten verfügt das Ding über 302 Sitzplätze – wovon knapp 70 „auf Lebenszeit“ vergeben sind. Auch 'ne Idee.
Ob es nun der Zufall war oder doch gewollt: Vicky hatte also die Ehre, diese Tribüne mit dem Ligaspiel einzuweihen. Und ich muss sagen, ich habe mir von diesem Auswärtsspiel was versprochen. Nämlich drei Punkte. Curslack ist sportlich dieses Jahr nicht mehr so auf der Höhe wie noch in den vergangenen Jahren, wo sie immer ein Mitstreiter um die vorderen Plätze waren. Aber der Wegfall einiger Leistungsträger hat eine Verjüngung des Kaders mit sich gebracht, was wiederum zu einer etwas durchwachsenen Saison bisher geführt hat. Beste Gelegenheit also, um für den SCV drei Punkte einzusacken und sich in der Tabelle weiter nach vorne zu bewegen.
Aber leider hab ich da die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Zwar dominiert Blau-Gelb in Verkleidung von Paloma (ich mag diese Auswärtstrikots nicht!) das Spiel, versäumte es aber, aus den wenigen Chancen mehr zu machen, bzw. schlicht mehr Chancen zu generieren. Lediglich Dennis Thiessens Tor sorgte für Jubel bei den Victorianern. Und kurz vor Schluss kam es dicke, denn Curslack gelang der Ausgleich. Ärgerlich, überflüssig, aber leider sich abzeichnend. Da gingen dann die Köpfe mal wieder runter. Ein Auf und Ab, zumindest auswärts. Zuhause läuft es ja eigentlich ganz gut, sechs Heimsiege in Serie sind schon 'ne Hausnummer. Trotzdem läuft diese Saison irgendwie alles andere als überzeugend. Zumindest kommt es einem so vor.
Überzeugend war auch unser Auftritt nicht so ganz. Dafür, dass es im Vorfeld so aussah, als wenn wir dort zu dritt stehen würden, haben wir dann am Ende zwar immerhin ein paar Leute mehr zusammen bekommen. Für ein Auswärtsspiel war die Zahl sogar ganz gut. Allein: Der Funke wollte nicht so recht überspringen. Es fehlen momentan einfach die Emotionen – und die kann man sich auch nicht herzaubern. Vom Spielfeld kommt da halt nicht genug, das ist zwar anständig, aber wenig mitreißend. Insofern kann man festhalten, dass wir durchgehend gesungen haben, wir sicher auch schon schlechtere Auftritte hatten, aber noch oben hin einfach ganz viel Luft ist. Das Freidrehpotenzial ist irgendwie abhanden gekommen. Ob das noch immer noch Nachwirkungen der letzten Saison sind oder ob es am allgemeinen November-Blues liegt – schwer zu sagen. Gerade Auswärtsspiele sind dieses Jahr bisher mehr Qual als Quell der Freude. Da hilft die schmucke Tribüne dann auch nicht mehr so richtig.

Was bleibt, ist die Hoffnung auf Besserung. Sowohl auf fremdem Rasen als auch auf den Rängen.

Mittwoch, 12. November 2014

Testspiel: Hamburger SV - SC Victoria Hamburg 8:0 (2:0)

Wie ich mal fast ein Testspiel beim HSV erlebte...

Es war einmal ein grauer Herbsttag, da vibrierte das Telefon. Eine SMS vom Verein: Morgen Testspiel beim HSV, kurzfristig angesetzt, um 18 Uhr am Volksparkstadion. Da der HSV das ganze diskret über die Bühne bringen wollte – zumindest im Vorfeld – sollte das nicht an die große Glocke gehängt werden. Ganz gut und ganz schön, aber sowas funktioniert heutzutage vielleicht noch in Nordkorea, nicht aber in unserer vernetzten Welt, denn nur wenige Stunden später plärrte den Termin unser allerliebstes Klatsch- und Tratschportal zum Hamburger Amateurfußballer hinaus in den Äther. Joah, nicht mein Bier, dachte ich mir zunächst. Da sich so kurzfristig kaum jemand aus der Fanszene frei nehmen konnte, hatte ich dann auch gleichzeitig die Aufgabe, unsere Fahne beim Kick hochzuhalten (in diesem Fall sprichwörtlich zu sehen!).
Also machte ich mich nach der Arbeit auf den Weg raus nach Stellingen – stilecht mit der S-Bahn. Aber oh Schreck: Wo war denn der Shuttle-Service, der mich zur Arena bringen sollte? Weit und breit nichts zu sehen, bis mir einfiel, dass viele Fans ja gar nicht mehr zur HSV AG gehen, weshalb der Fahrdienst wohl eingestellt wurde. Also machte ich mich durch den Volkspark allein auf den Weg zum Stadion, vorbei an der Müllverbrennungsanlage mitsamt den Gerüchen unseres Abfalls. Yummy! Da ich im Vorfeld wusste, dass ich zu spät kommen würde, dachte ich mir, dass ich bestimmt schon von Weitem die Fangesänge hören würde, aber nichts da... wie enttäuschend, der nächste Nackenschlag!
Da mich im Normalfall nicht die Bohne interessierte, wo van der Vaart und Co die Bälle misshandeln, hatte ich natürlich auch keine Ahnung, wo nun dieser Testkick stattfinden sollte. Aber als ich mich der Arena näherte, hörte ich ein bekanntes Geräusch: Ein Schiedsrichterpfeife. Also immer den Tönen nach, bis ich vor eine Plastikwand stand. Da kamen sie her, die Fußballgeräusche. Durch den Sichtschutz konnte ich schemenhaft Menschen erkennen und meinte, blau-gelbes Trikots ausgemacht zu haben. Als ich mich umsah, konnte ich erkennen, dass auf Höhe einer der Eckfahnen das Publikum zu sehen war. Ich also in Richtung des Spielsfelds, kackdreist das nächste Tor geprüft – offen, geil. Doch kaum hatte ich das Gelände betreten, als sich vor mir ein Ordner aufbaute.
Hmpf, so schlecht kann es dem Verein ja nicht gehen, wenn noch Geld für diese tumben Schränke vorhanden ist... „Heute unter Ausschluss der Öffentlichkeit!“ wurde ich angebellt. Öhm... ich dachte, ich hätte mich verhört. Hinter ihm um die Ecke rum standen mindestens 25 Personen, die sich das Spiel aus nächster Nähe ansahen, darunter auch Muttis und Rentner. Na gut, dann eben anders.
„Ich gehöre zum Verein!“ meine Antwort, passend dazu gleich mal die Arbeitskarte von Vicky rausgeholt. Ist ja schließlich ein offizielles Dokument und so. „Das ist egal!“ kam es postwendend zurück. Öhm... okay, offenbar sind nur die Vereinsangehörigen vom HSV zugelassen...
Nächster Versuch: „Ich gehöre zur Presse!“ Natürlich gab es auch dazu die entsprechende Karte, die ich dem Herren unter die Nase hielt. Offenbar hatte sich bisher noch kein Mensch ihm gegenüber erdreistet, gleich zwei Plastikkarten zu ziehen. Half aber auch nichts. Nach einem „Was sind Sie denn noch alles?!“ seinerseits konnte ich mir nicht verkneifen, ihn schon mal auf die baldige Zukunft seines Vereins im Amateurbereich vorzubereiten: „Wir sind eben ein kleiner Verein, da arbeitet man mit Personalunion.“Insgeheim fügte ich noch ein „Das würde euch auch gut zu Gesicht stehen, spart Personalkosten!“ hinzu, aber da er nun langsam ungehalten wurde, zog ich mich hinter das Tor zurück.
Da ich nun auch keine Lust mehr hatte, die weiße Plastikwand noch länger anzustarren oder zu überlegen, mit wem die Zuschauer geschlafen hatten, um dabei sein zu dürfen, wanderte ich den langen Weg zur S-Bahn zurück. Nicht ohne währenddessen im Internet bei Facebook und Twitter auf meinem Handy lesen zu können, dass der HSV das ach so geheime Testspiel überall vermarktete und sogar Bilder postete.

Schade, dass der Verein, sorry die AG, dafür nicht die Quittung in Form einer Testspielniederlage gegen Vicky bekommen hat. Aber wenigstens gibt’s dafür jetzt schlechte Presse im Kaosflyer! Tja, haste Scheiße am Fuß...

Sonntag, 9. November 2014

Landesliga Hammonia, 15. Spieltag: SC Victoria Hamburg II – VfL Pinneberg II 2:1 (1:0)

Area 52, 70 Zuschauer

Sonntagnachmittag, die Arbeit ruft. Auch Ultras müssen sich ja irgendwie ihr Geld verdienen und wie geht das besser, als mit Fußball? Also natürlich nicht spielen, sondern drüber schreiben. Also Klamotten an, zum Platz rüber gedüst, Aufstellungen bei Jörg abgeholt und dann auf den zweiten Kaoten gewartet, der sich auch den absoluten Abstiegsknaller unserer Zweiten abschauen wollte. Zudem waren die Jungs aus Pinneberg zu Gast und aus unerfindlichen Gründen mögen sich die Twitter-Accounts von Vicky und Pinneberg total (die Episode dieses Jahr vergessen wir mal schnell wieder...).
Der Kaot kam die obligatorischen zehn Minuten zu spät, hatte aber nichts verpasst außer der Tatsache, dass Sven Trimborn für unsere Zweite auf dem Platz stand. Trimmer wird als Vereinsurgestein (länger da, als es uns gibt) entsprechend heiß geliebt und zeigte heute mal seine noch immer vorhandene Klasse. Bis zur 30. Minute blieb der Zettel mit den Spielereignissen trotzdem gähnend leer. Da kann man nebenbei dann noch ein bisschen quatschen, verpassen tut man ja nix.
Dann holte Vicky aber den Hammer raus und der übrig gebliebene Teil unseres kongenialen Sturmduos (Beneeeee, komm zurück!) Daniel Tramm markierte das 1:0. Nun waren die Hausherren den Gästen aus Pinneberg auch endlich überlegen, vorher war das von beiden Teams nicht wirklich viel. Das passiert aber, wenn der Drittletzte gegen den Vorletzten spielt und jeder einzelne Punkt besonders wichtig ist. Nach der Pause Pinneberg dann logischerweise mit mehr Druck, aber richtig gut zielen konnten die Jungs alle nicht. Nach 'nem Sahne-Doppelpass erhöhte Nassim Saleh dann in der 66. Minute auf 2:0 und die Messe war gelesen. Oder auch nicht, denn kurz vor Ende gab es noch den Anschlusstreffer für die Pinneberger, die im Anschluss Oberwasser bekamen. Vicky gehörig am Trudeln und keiner wollte unken, aber zu oft in dieser Saison hatte das Team einen knappen Vorsprung schon nicht ins Ziel retten können. Ich hab gedacht, das wird wieder nichts. Dieses Mal gelang es dann aber zum Glück, die drei Punkte zu erlangen, sodass der SCV II in der Tabelle auf Platz 12 klettern konnte. Bingo, das reichte, um glücklich und zufrieden, aber durchgefroren nach Hause zu gondeln!

Freitag, 7. November 2014

Oberliga Hamburg, 15. Spieltag: SC Victoria Hamburg – TuS Germania Schnelsen 3:1 (1:0)


Stadion Hoheluft, 257 Zuschauer

Tabellenplatz 3 – zumindest eine Nacht lang. Das klingt doch tatsächlich mal nach dem SCV; wie wir ihn kennen und lieben. Klammheimlich hat sich Vicky in den letzten Tagen an die Spitzengruppe in der Tabelle heran gearbeitet. Zwar ging es bis Sonntagabend wieder auf Platz 6 runter, da alle anderen ihre Spiele auch gewonnen haben, aber immerhin ist der Abstand zu Platz 7 (wo der Erzfeind rangiert) auf vier Punkte angewachsen.
Vielleicht ist es daher also endlich mal an der Zeit, total positive Super-duper-Spielberichte zu schreiben, in denen es nur um Einhörner und rosa Blumen geht. Wäre jetzt aber auch nicht unser Stil, insofern gibt’s natürlich auch nach dem Sieg gegen Schnelsen ein wenig Euphoriebremse und Kritik. Denn es ist noch immer Luft nach oben in der Spielweise des SCV. Natürlich hat man den Gegner 90 Minuten lang dominiert. Natürlich hat man kaum Chancen zugelassen. Natürlich hat man den sechsten Heimsieg in Folge eingefahren. Aber – und das ABER ist halt da: Man hat auch gegen einen unglaublich schwachen Gegner gespielt. Und man hat sich selbst von dem noch ein Gegentor eingefangen. Wohin der Freistoß geht, hätte Tobi übrigens ahnen können, schließlich schießt Rahner da IMMER hin! ;-) Jahrelang hat Vicky davon profitiert, nicht nur ich hatte Oberhausen am Freitag sofort wieder vor Augen!
Vielleicht liegt das Problem auch woanders. Ich erwische mich in letzter Zeit häufig dabei zu überlegen, ob ich die Oberligazeit vor unserem Regionalligaausflug zu sehr glorifiziere. Denn auch da lief nicht immer alles rund, es gab Niederlagen und Unentschieden, man ist mal im Pokal vorzeitig ausgeschieden und die Spiele sahen nicht alle klasse aus. Vielleicht sind die Ansprüche zu hoch, die ich an dieses Team habe. Als Absteiger sieht man sich ja immer noch gerne als „eigentlich klassenhöher“ an. Insofern sollte ich vielleicht einfach mal die Oberligazeit genießen und froh sein, dass ich wieder Spiele sehen darf, in denen es souverän drei Punkte gibt. Wenn auch nicht mit Hurra-Fußball oder megahohen Ergebnissen. Immerhin erwische ich mich in den letzten Tagen endlich wieder dabei, mir die Tabelle anzuschauen und auszurechnen, wer wie spielen muss, damit wir noch weiter hochkommen. Das hatte ich mir in den letzten zwei Jahren abgewöhnt....
Also freue ich mich einfach mal über die Partie vom Freitag. Sergej Schulz mit einer klasse Leistung, seinem verwandelten Elfer, seinem Freistoß auf den Kopf von Tanidis zum 2:0 und einem wunderschön herausgespielten Tor von Marius Ebbers zum 3:1. Das sah schon sehr elegant aus. Der Gegner ist eigentlich nicht der Rede wert, denn Schnelsen ist nur noch ein Schatten seiner früheren, glanzvollen Tage. Einen Manipulationsskandal am Hals, den sogar den NDR dazu bewogen hat, unser Spiel zu besuchen. Mehrere ehemalige Vickyspieler, die ihre besten Zeiten hinter haben (Sorry, Rahner). Nächstes Jahr dürft ihr dann gegen unsere Zweite spielen. Ach ja, und werft euren Marketingmanager raus! Wer auf die Idee kommt, auf ein schwarz-blau-weißes Trikot goldene Zahlen zu pinseln, der gehört verboten! Das kann doch keiner lesen!
Ein paar Sätze zur Fanszene: Die Kurve ist diese Saison bisher auch noch nicht so richtig in Schwung gekommen. Eine große Fluktuation der Leute und immer wieder Verhinderungen durch andere Termine sorgen stets dafür, dass wir nie vollständig sind. Am Freitag war auch wieder so ein Tag, wo zuerst gar nichts ging. Dann haben aber einige Leute die Verantwortung übernommen und den Karren aus dem Dreck geholt. Vielen Dank, so muss das sein! Auch das Zusammensitzen hinterher tat gut, um noch mal über ein paar Sachen zu quatschen. Ich hab auf jeden Fall wieder Hoffnung, dass sich Mannschaft und Fans gemeinsam nach oben arbeiten können, damit man wieder rundherum Spaß hat! Vor allem mit der Aussicht, nächsten Samstag in unser Lieblingsstadion zu fahren – raus auf den Deich nach Curslack! Kennt man, will man, liebt man! ;-)